„Wenn Erspartes zum Vermögensverwalter geht“, Börsenzeitung 14.02.2012:
Ein Artikel der Börsenzeitung (BZ) greift die aktuelle Unzufriedenheit vermögender Privatkunden mit ihrer Hausbank auf.
BZ: „In der deutschen Finanzdienstleistungsbranche hat sich ein Wandel vollzogen, der von der breiten Öffentlichkeit noch weitgehend unbemerkt geblieben ist: der Bedeutungszuwachs bankunabhängiger, inhabergeführter Vermögensverwalter. … Binnen fünf Jahren erhöhte sich ihr Marktanteil bundesweit von 3 % auf nunmehr gut 5 %. Die auf unabhängige Vermögensverwalter spezialisierte V-Bank schätzt, dass sich dieser Anteil bis 2015 auf rund 10 % verdoppeln wird… Für das Segment wäre das zwar ein großer Schritt, im Vergleich zu anderen Staaten wäre Deutschland in diesem Bereich aber immer noch auf dem Niveau eines Entwicklungslandes. In weiter entwickelten Märkten wie den USA und der Schweiz bringen unabhängige Vermögensverwalter es auf Marktanteile zwischen 20 und 30 %.“
Hintergrund des Wachstums ist dem Artikel zufolge einerseits die Verunsicherung der Anleger – die durch zunehmende Schwankungen an den Kapitalmärkten ein wachsendes Bedürfnis nach unabhängiger Beratung verspüren. Andererseits hat die Finanzmarkt- und Staatsschuldenkrise zu einem Imageverlust für Großbanken geführt, so dass sich private Investoren verstärkt nach einer Alternative für die Verwaltung ihres Geld- und Wertpapiervermögens umsehen.
BZ: „Das ramponierte Ansehen der Großbanken spielt den unabhängigen Vermögensverwaltern zusätzlich in die Hände. Diese Umstände können die Nachfrage nach Vermögensverwaltung durch bankunabhängige Adressen beflügeln, frohlockte Günter Schlösser, Vorstandsvorsitzender des Verbands unabhängiger Vermögensverwalter (VuV), im Gespräch mit der Börsen-Zeitung. Mit derzeit 215 Mitgliedern, die es zusammen auf rund 60 Mrd. Euro Assets under Management bringen, repräsentiert der VuV über die Hälfte der Branche.“
Als Folge des zunehmenden Wettbewerbsdrucks im klassischen Privatkundengeschäft der Banken steigt der Druck auf den Vertrieb innerhalb der Kreditinstitute.
BZ: „Der Bankberater befindet sich dadurch in einem Interessenkonflikt: Einerseits soll er die Kunden umfänglich auf Basis individueller Anlageschwerpunkte beraten, andererseits unterliegt er den Verkaufsvorgaben seines Arbeitgebers. Das führt zu einer provisionsgetriebenen Beratung, die mit dem Interesse des Kunden oftmals kollidiert. Das Ergebnis: Die Frustration bei Bankberatern im herkömmlichen Privatkundengeschäft nimmt zu. … Auf diese Situation reagieren die Mitarbeiter, indem sie entweder nur noch Dienst nach Vorschrift leisten, um auf diese Weise die Problematik auszublenden, oder zu einem Vermögensverwalter wechseln. In einigen Fällen wagen sie sogar den Schritt in die Selbständigkeit, indem sie sich als unabhängiger Vermögensverwalter versuchen. Aus der Masse der Bankberater geht jedoch nur eine Minderheit diesen Weg.“
Der komplette Artikel erschien in der Börsenzeitung vom 14.02.2012,
Autor: Stefan Kroneck, München
